Fall Daniel
Ich befinde mich derzeit im 10. Fachsemester und werde an der Herbstkampagne teilnehmen. Mit Frau Labahn kam ich über eine Ankündigung durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter in Kontakt. Im Rahmen dessen besprachen wir meine Erwartungen an Repetitorien und die Examensvorbereitung; dabei gingen wir auf Vor- und Nachteile von Lerntechniken ein, woraus sich eine kontinuierliche Lernberatung mit etwa ein- bis zweimonatlichen Treffen entwickelte.
Schwierigkeiten:
Meine größte Sorge zu jener Zeit betraf die Strukturierung und Einteilung der Lernzeit. Trotz langen täglichen Aufenthalts in der Uni (UNIREP / Bibliothek) wurde ich das Gefühl nicht los, unproduktiv zu sein und nur wenige examensrelevante Fortschritte zu erzielen. Versuche, zu Hause zu lernen, endeten in zahllosen Ablenkungen; Mangels hinreichender Pausen nahm meine Leistungsfähigkeit auch in der Uni im Laufe des Tages stark ab, was zu erheblichen Motivationslücken führte. Zwar erzielte ich mit Visualisierungen von Lernstoff auf DINA4-Bögen durchaus gute Ergebnisse, doch überwogen angesichts der oft diffusen und widersprüchlichen Ratschläge seitens Dozenten und einschlägiger Literaten Zweifel an der Effektivität meines Vorgehens.
Verbesserung/Ergebnisse:
Frau Labahn riet mir schon früh zur Erstellung eines Wochenplans, in dem ich täglich Dauer und Art aller Aktivitäten auch jenseits des Lernens notierte. Dadurch erlangte ich einen Überblick über die wahre Dauer der Lernzeit und konnte mein Empfinden, „zu wenig zu tun“, revidieren.
Durch die Objektivierung nahm vor allem die Qualität meiner Freizeit massiv zu, weil ich außerhalb des „40-Stunden-Budgets“ Aktivitäten wieder ohne das Darmokles-Schwert des schlechten Jura-Gewissens zu genießen lernte. Tatsächlich merkte ich erst dadurch, wie stark vormals der Druck war, den ich selbst aufgebaut (und übertrieben) hatte. Dies war für die folgenden Motivationssteigerungen unabdingbar.
Aufgrund von Frau Labahns Erklärungen zur Funktion des Gehirns richtete ich meine Lernmethoden stärker auf Visualisierungen und Wiederholungen aus. Ein Schlüsselkriterium dürfte auch meine durch Frau Labahn veränderte Einstellung zu Pausen sein: Sie ohne schlechtes Gewissen wahrnehmen zu können, erwies sich als enormer Fortschritt, weil es mir dadurch gelang, mit kontinuierlicher Effektivität über den gesamten Tag zu lernen. Die im Rahmen der ständigen Wiederholungen auftretenden Erfolgserlebnisse taten ihr Übriges, meine Motivation zu steigern.
Mein Zuhause strich ich auf Ratschlag Frau Labahns gänzlich von der Liste der Lernorte, um so in der Bibliothek die Signalwirkung des gewohnten Arbeitsplatzes nutzen zu können.
Alles zusammen zahlte sich schon bald durch spürbare Fortschritte in den UNIREP-Veranstaltungen und im Klausurenkurs aus. So sehe ich nunmehr dem Examen zwar weiter mit nervösem, aber auch zuversichtlichem Blick entgegen.